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Änderung:
12.9.2011
| | Einige Tipps und Tricks rund um DTP
Was ist eigentlich Raster?
...und wie unterscheidet er sich im modernen DTP von Althergebachten?
Warum rastern?
Um mit nur einer Farbe wie Schwarz auch alle grauen Zwischentöne
darstellen zu können,
muss man
das „Dazwi- schen” der Integrationsfähigkeit unseres Auges
überlassen. Diese Fähigkeit
fügt sehr nah beieinanderliegende, dunkle Punkte
zu einem
Grauwert zusammen.
Ein kleiner Ausflug wie es früher gemacht wurde:
Im Zeitalter der - oft raumfüllenden - Reprokameras wurde bei der
Reproduktion
eines Halbtonbildes (etwa der Film einer analogen
Fotokamera) zu einem druckbaren,
gerasterten Bild in den Strahlengang der Kamera
ein Kontaktraster eingelegt. Die
folgende Zeichnung verdeutlicht dies:
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Der Lithfilm zeichnet sich dabei durch eine sehr steile
Gradationskurve aus, das
heißt, er kann keine Halbtöne abbilden, sondern nur hell und dunkel
unterscheiden.
Der Übergang von großem zu kleinem Rasterpunkt wird über die
Menge des angebotenen Lichts aus der Kamera gesteuert.
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Bei Digitalbildern ist es anders!
Auch hier kann die Laser-Belichtungsmaschine (Laserdrucker funktionieren
genau so)
nur schwarze Punkte setzen (is´
ja digital ;-), also nur 100% Deckung oder „gar nix”.
Es steht auch kein
Kontaktraster mehr zur Verfügung. Hier wird es wie folgt gemacht:
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Beispiel: Es steht eine maximale Geräteauflösung von 2540 dpi (Dot per
Inch – ein
Inch = 2,54 cm) oder umgerechnet 1000 Punkte per cm zur Verfügung. Das ist also die
höchste Auflösung, die die Maschine mit binärer Ansteuerung wiedergeben kann.
Ein Raster von 1000 ist allerdings sehr hoch, in der Offsetreproduktion braucht
man
etwa plus/minus 100 Rasterpunkte pro cm (wird auch oft in lpi [Rasterlinien
pro inch]
angegeben), dafür allerdings Zwischentöne. Bleiben wir ruhig bei den 100 Punkten (damit rechnet
es sich besser). Man könnte auch
sagen: „Für jeden zu reproduzierenden Rasterpunkt steht in X- und Y-Richtung je
10 Punkte
der Maschinenauflösung zur Verfügung (1000/100=10)”. Das entspricht einem
Quadrat
von 10 mal 10, also 100 „Maschinenpunkten” pro darzustellenden
Rasterpunkt. Wenn
man jetzt mit unterschiedlichen Algorithmen
die Anzahl der gesetzten Punkte zu dem
umgebenden durchsichtigen Film beeinflusst - das verändert
den Durchmesser des
Rasterpunktes -, haben wir wieder den gewünschten Druckraster der Grautöne
darstellen kann.
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Achtung: Strichzeichnungen
Die vorhergehende Beschreibung bezieht sich nur auf Bilder mit Zwischentönen! Bei
Strichzeichnungen - das sind Zeichnungen die nur aus schwarzen Bildelementen bestehen,
wie die Strichmännchendarstellungen in einer Zeitung - sollte man am
Besten die
komplette Geräteauflösung benutzen. Um einen Auflösungsverlust zu
vermeiden,
sollte dabei nicht mehr gerastert
werden! Strichzeichnungen sind
deshalb auch mit mindestens 1200 dpi zu scannen, damit sich die hohe
Auflösung eines
Laserbelichters nutzen lässt (Bildformat
entsprechend SW-Bitmap-TIF statt
Graustufen-TIF). Das folgende Bild
zeigt den Auflösungsverlust, wenn - statt mit der
höheren Maschinenauflösung - mit der Rasterauflösung (lpi = Rasterlinien per Inch)
gearbeitet wird.
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Dies schädliche Rasterung ist bei 0815-Scanns technischer Zeichnungen oft der Grund für
schlechte Erkennbarkeit.
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Was heißt das alles in der Praxis?
Die Erläuterungen sollen dabei verstehen helfen, warum ein
Graustufenbild etwa 300 dpi (118 Rasterpunkte pro cm bei 1:1-Wiedergabe*) haben
sollte. Sie könnten
jetzt einwenden, das
sei viel zu hoch, denn ein Standardraster beim Offsetdruck ist der
"80er", also 80 Rasterpunkte pro cm und kein „118er”. Richtig, es hat sich aber
gezeigt, dass der Weiterverarbeitung mehr Auflösung (mindestens das 1,5fache)
angeboten werden muss - sozusagen als Reserve - als tatsächlich benötigt wird.
Nur
dann haben die Bilder eine gute Qualität und sehen nicht pixelig und
unscharf aus.
*) 1:1 Wiedergabe heißt, wenn Sie ein Bild in Postkartengröße brauchen, muss die
Vorlage in der gleichen Größe mit 300 dpi gescannt werden (72 dpi oder 96 dpi Bildschirmauflösung reichen also auf gar keinen Fall!). Ist die Vorlage dabei
nur halb so groß wie das Endbild, muss diese schon mit 600 dpi eingescannt (usw.) werden!
Übrigens: Verkleinerungen (Vorlage ist größer als das benötigte Bild)
funktionieren
immer recht gut und sollten - um die Datenmenge zu reduzieren -
auch genutzt
werden. Nachträgliche Vergrößerungen dagegen bringen außer einer größeren und
unützen Datenmenge gar nichts, denn dabei werden in der Regel nur die
vorhandenen
Bildpunkte vervielfacht.
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Ein Tipp zu Screenshots
Verändern Sie Screenshots auf gar keinen Fall in der
Größe!
Wenn Sie diese in einer anderen Größe als „geschossen” in ein Layout
einbauen
müssen, wählen Sie besser die Funktion „An (Bild-)Rahmen
anpassen”. Diese Funktion
besserer DTP-Programme skaliert ein Bild (im
Unterschied zu Funktionen wie
„Verkleinern/Vergrößern”) ohne die Größe
zu ändern. So bleibt die Datenmenge und damit die Auflösung erhalten. Im
den folgenden Bildern sieht man die Unterschiede leider nicht so gut, da
die Bildschirmauflösung schon wieder nicht mitmacht.
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Oft müssen in Dokumentationen Ansichten von der Bildschirmoberfläche eines
Programms eingebaut werden, hier ist das „Datensparen” fehl am Platz!
Wichtige Elemente auf dem Bildschirm (sei es Text, Begrenzungslinien oder was auch immer) sind oft nur ein Pixel breit, es versteht sich von selbst, wenn
bei einer Reduzierung der Auflösung gerade dieses eine Pixel "weggerechnet"
wird, ist die
Linie
verschwunden oder der Text schwer lesbar. Eine
Auflösungsreduzierung um die Hälfte
heißt nichts anders als: „Wirf jedes zweite
Pixel weg”. Das ist zwar sehr vereinfacht
ausgedrückt, die verwendeten Algorithmen
der Bildbearbeitungsprogramme sind
schon etwas schlauer, aber das ändert meist nichts
am Ergebnis.
Screenshots - gilt auch für alle anderen Bilder - müssen
deshalb immer als extra Datei geliefert werden. In Textverarbeitungen
eingebundene Bilder werden fast immer in der Größe verändert oder sind nur
mit Verlusten exportierbar!
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Sonderstellung: Vectordaten
Wenn Zeichenprogramme Vectordaten liefern können, sollten diese
bevorgezugt werden. Diese Daten beinhalten keine endliche Auflösung,
sind also nicht
von vornherein auf einen dpi-Wert festgelegt, sondern speichern - etwa bei einer Linie
- nur den Ursprung und das Ende ab. Also zwei
Koordinatenpaare mit X- und Y-Richtung.
Erst die Ausgabemaschine berechnet dann
bei Belichtung oder bei der Ausgabe auf
einem Laserdrucker das Bildelement mit
der höchsten zur Verfügung stehenden
Auflösung. Somit ist die Ausgabe
„immer auf der sicheren Seite”.
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„Haarlinien” und „Null-Objekte” vermeiden
„Haarlinien” - wie sie sie manche Zeichenprogrammen ermöglichen
-
sind
„Teufelszeug”, denn bei der Belichtung sind diese nicht mehr da, sprich nicht
mehr
sichtbar.
Diese Linieneigenschaft weist den Drucker an:
„Gib die Linie mit der
höchsten Auflösung - nur ein Maschinen-Pixel breit - aus, die du hast!”
...und das heißt bei einer Belich- tungsmaschine mit 2540 dpi: die Linie ist nur EIN Pixel also nur 0,01 mm breit. Da braucht man schon eine Lupe!
Mit Null-Objekten sind Zeichnungsteile gemeint, die keine sind, weil
sie weder eine
Füllung noch einen Rand besitzen. Trotzdem sind sie als Objekt vorhanden und
der
Grund für so manches Druckproblem. Solche Objekte besser gleich löschen und
nicht
nur die Eigenschaften reduzieren.
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Datenformate: TIFF, EPS, JPG und Co
Mit TIFF (als Pixelformat, möglichst nicht komprimiert) und EPS (als
Vectorformat)
sind Sie immer „auf der sicheren Seite”.
JPG (Pixelformat) darf nicht hoch komprimiert sein, um extreme
Farbverfälschungen
zu vermeiden! Dann aber sehr gut brauchbar - ist oft das Format
von Digitalkameras.
GIF ist nur fürs Web geeignet, da die Farbtreue sehr eingeschränkt ist.
BMP und PCX (beides Pixelformate) sind für Screenshots ganz brauchbar, wobei
BMP sehr hohe Datenmengen liefert. Spielen sonst aber keine große Rolle mehr.
PDF kann als Container-Format sowohl Pixel- als auch Vectordaten
enthalten und ist damit nur so gut
wie
diese eingebundenen Dateien. Da auch außerdem die Auflösung von Bildern
beim
Schreiben des PDFs bestimmt werden kann, ist vor der Weiterverarbeitung
abzuklären, welche Einstellungen hier gewünscht werden.
Hinweis: Ist etwa nur ein Pixelbild in ein PDF eingebunden, wird daraus kein
Vectorformat - es bleibt ein Pixelbild mit dem Nachteil der
Auflösungsbegrenzung
(siehe oben). Allenfalls wird dadurch die Portierbarkeit besser.
Als letztes noch: Bilddateien für Papierreproduktion sollten immer - um
Farbverfälschungen zu vermeiden - im 4C-Format (CMYK) vorliegen.
Bei Bildern für das Web ist natürlich das RGB-Format besser
da der Bildschirm eben mit Lichtfarben * und nicht mit Stofffarben arbeitet.
*) Die Lichtfarben des Bildschirms oder einer anderen Lichtquelle und die
Farben von Stoffen (wie Druckfarben) sind nicht so ohne Weiteres von diesen
beiden
Farbmodellen hin- und herzurechnen. Diese Problematik füllt ganze
Bücher und ist
der Grund für so manchen falschen Farbton ;-)
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